Das neueste über den Steinbruch (Fragen und Antworten)
Anfrage:

Dipl.-Ing. Mag.iur. Arthur Maurer
Leiter der Montanbehörde West
Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit
Federal Ministry of Economics and Labour
Sektion IV Energie und Bergbau
Abt. 9 - Montanbehörde West
A 1200 Wien, Denisgasse 31
Hohenems, am 4. März 2010
Abbau im Rhomberg-Steinbruch
bis zu einer Tiefe von 15 Meter unter die Talsohle:
Anfrage an die Montanbehörde West.

Sehr geehrter Herr Dipl.-Ing. Maurer,
in meiner Funktion als geschäftsführender Leiter der „Bürgerinitiative zur
Rettung des geschützten Landschaftsteils Klien” ersuche ich Sie um Auskunft
in Zusammenhang mit dem Rhomberg-Steinbruch in Hohenems, Unterklien.
Meine Frage lautet:
Ist derzeit im Rhomberg-Steinbruch ein Verfahren für einen neuen Gewinnungsbetriebsplan
betreffend den Gesteinsabbau in die Tiefe anhängig?
Die Bundesvolksanwaltschaft hat in dieser Frage mit mir telefoniert und es ist
für die Anrainer des Rhomberg-Steinbruchs von grundlegendem Interesse zu
erfahren, welche Vorgänge in Zusammenhang mit dem Mineralrohstoffgesetz
sich derzeit in diesem Steinbruch abspielen.
Die Bundesvolksanwaltschaft hat uns dringend geraten, sofort diese Anfrage an
Sie, sehr geehrter Herr Dipl.-Ing. Maurer, zu richten.
Aus diesem Grund erlaube ich mir, eine Kopie dieser Anfrage an die Frau Bundesvolksanwältin
Mag. Terezija Stoisits zu senden.
Ich bedanke mich füre Ihre Bereitschaft, uns über die anhängigen Verfahren
Auskunft zu erteilen und verbleibe
mit freundlichen Grüßen!

Peter Höllinger
Kopie an die Frau Bundesvolksanwältin Mag. Terezija Stoisits
Peter Höllinger
Joh.-Ellensohn-Weg 13
A-6845 Hohenems
Tel. 05576/72887; mobil: 0676/412 15 86
hoellinger.design@aon.at
_____________________________

Hier die Antwort:

SEKTION IV - ENERGIE UND BERGBAU • ABTEILUNG 9 - MONTANBEHÖRDE WEST
1200 Wien • Denisgasse 3 1 • Tel : +43 ( 1 ) 71100 /8720 • Fax : +43 ( 1 ) 71100/8509
E-Mai l : p o st@i v9.bmwf j . g v .at • Homepage: www.bmwfj . g v .at • DVR: 00372 5 7
Herrn
Peter Höllinger
Joh.-Ellensohn-Weg 13
6845 Hohenems
Per e-mail: hoellinger.design@aon.at
Name/Durchwahl:
MR Maurer / 8700
Geschäftszahl:
BMWFJ-66.000/0053-IV/9/2010
Ihre Zahl/Ihre Nachricht vom:
- / 04.03.2010
Antwortschreiben bitte unter Anführung
der Geschäftszahl an die E-Mail-Adresse
post@bmwfj.gv.at richten.
Rhomberg Steinbruch Gesellschaft m.b.H. & Co. OG,
Kalksteinbruch Hohenems-Unterklien;
Anfrage der Bürgerinitative zur Rettung des geschützten
Landschaftsteils Klien

Sehr geehrter Herr Höllinger,
zu Ihrer Anfrage vom 4. März 2010 teilt das Bundesministerium für Wirtschaft, Familie
und Jugend mit, dass das anhängige Verfahren zur Genehmigung eines Gewinnungsbetriebsplanes
für eine Erweiterung des Steinbruchs über die bestehende
Fläche hinaus nach wie vor ausgesetzt ist.
Für die von Ihnen angesprochene Fortsetzung des bestehenden Abbaus in die Tiefe
(von der der geschützte Landschaftsteil Klien nicht berührt wird), kommt § 204
Abs. 1 des Mineralrohstoffgesetzes zum Tragen. Diesbezüglich ist bei der Montanbehörde
West ein Verfahren anhängig, in dem zu klären ist, ob die von der Bergbauberechtigten
zum Schutz u.a. der Nachbarn und des "Pumpwerk-Klien" getroffenen
Maßnahmen ausreichend sind, oder ob nach § 179 des Mineralrohstoffgesetzes
Sicherheitsmaßnahmen anzuordnen sind.

Hohenems im Fernsehen: 6. März 2010 - ORF 2: "Nachgefragt: der Rhomberg-Steinbruch"


Am 6. März um 17.30 Uhr wird in ORF 2 in der Sendung des Bürgeranwalts der Beitrag "Nachgefragt: der Rhomberg-Steinbruch" mit Volksanwältin Theresia Stoisits gesendet. Diesen Beitrag über Hohenems und eines seiner Sorgenkinder sollte man in Hohenems nicht versäumen.

Gerüchteküche. Derweil regt man sich nicht nur im Steinbruchgebiet sondern in ganz Hohenems über den "Stil" und die Anständigkeit der Wahlwerbung auf. So prangt ausgerechnet das rote R der Firma Rhomberg, welche den Steinbruch in Hohenems betreibt, auf dem Plakatständer der ÖVP. Das legt nahe, dass diese Plakatwerbung von der Firma Rhomberg gesponsert wird. Die geplagten Anrainer des Steinbruchs Unterklien fragen nun besorgt: "Sponsert der Rhomberg-Steinbruch die ÖVP und damit ihren den Bürgermeister Richard Amann?"

Unsensible Wahlwerber. Der derzeitige Bürgermeister Richard Amann war ja - wie jedermann weiß - vordem Geschäftsführer des Rhomberg-Steinbruchs. Das ist ihm nicht vorzuhalten, wenn er dort Arbeit und Verdienst gefunden hatte. Aber nicht erst seit die Rhomberg-Plakatständer für die ÖVP aufgetaucht sind kursieren in Hohenems die Gerüchte, dass Rhomberg den ehemaligen Geschäftsführer jenes Steinbruches, welcher den Hüslebauern in Unterklien soviel Sorgen macht, mit der und durch die ÖVP sponsert. Gemeint ist damit nichts anderes, als dass die Bürger glauben, dass der Rhomberg-Steinbruch die ÖVP gekauft hat und Richard Amann noch immer auf der Lohnliste des Steinbruchs steht. Die Wahlwerbung der ÖVP nährt jedenfalls diese Gerüchte.

Mehr:
Dokumentation Bürgerinitiative Steinbruch Unterklien
Flugblatt SPÖ Hohenems Plus: Sponsert der Rhomberg-Steinbruch den Bürgermeister Richard Amann?

Kalksteinbruch Hohenems - Unterklien - Einsichtsfrist 28.Juli 2009


Feststellungsverfahren gemäß § 3 Abs 7 UVP-G 2000, Kundmachung. Mit Schreiben vom 27.04.2009, Zl IVe-415.41 wurde von der Abteilung IVe-Umweltschutz von Amts wegen ein Feststellungsverfahren gemäß § 3 Abs 7 UVP-G 2000 eingeleitet. Aufgrund des Ermittlungsverfahrens hat die Vorarlberger Landesregierung mit Bescheid vom 22.05.2009, Zl IVe-415.41, festgestellt, dass durch die Vertiefung der bestehenden Abbaufelder „Edith“ und „Edeltraud“ der Tatbestand des Anhanges 1 Z 25 lit d Spalte 3 UVP-G 2000 nicht erfüllt wird und
keine

Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen ist.

Gemäß § 3 Abs 7 UVP-G 2000 ist der wesentliche Inhalt der Entscheidung einschließlich der wesentlichen Entscheidungsgründe im Amt der Vorarlberger Landesregierung, Abteilung IVe, Jahnstraße 13-15, 6900 Bregenz, Zimmer 311, nach vorhergehender Anmeldung, bis
einschließlich 28.07.2009

während der Amtsstunden zur öffentlichen Einsichtnahme aufgelegt.

Mehr:
Kalksteinbruch Hohenems - Unterklien - Einsichtsfrist 28.Juli 2009 !

Interessante Berichte waren heute zu lesen


Für mich als Unterkliener war heute in den Medien ein interessanter Bericht zu lesen:

Ansuchen für Steinbruch im Schwarzachtobel. Im Schwarzachtobel soll ein Steinbruch eingerichtet werden. Die dafür nötigen Ansuchen und Bewilligungen liegen nach Angaben der Bezirkshauptmannschaft Bregenz teilweise schon vor.

Achraintunnel-Portal Richtung Alberschwende. Schon Anfang des 19. Jahrhunderts wurde im Schwarzachtobel auf dem Gemeindegebiet von Bildstein Gestein abgebaut. Vor über 30 Jahren wurde dieser Steinbruch stillgelegt. Nun soll im Schwarzachtobel wieder ein Steinbruch errichtet werden. Das Unternehmen "Rheintalstein GmbH" aus Schwarzach möchte auf Höhe des Achraintunnel-Portals Richtung Alberschwende zwischen 70.000 und 90.000 Kubikmeter hochwertiges Gestein abbauen.

Auflage: Materialabfuhr durch Tunnel. Die dafür nötigen Ansuchen und Bewilligungen würden teilweise schon vorliegen, so Harald Krappinger, Leiter der Abteilung Wirtschaft und Umweltschutz bei der Bezirkshauptmannschaft Bregenz. Derzeit würden noch ein lärmtechnisches und ein lufthygienisches Gutachten fehlen. Eine Auflage sei es, dass die Abfuhr des Materials ausnahmslos durch den Achraintunnel erfolgt. Sollten alle Auflagen positiv erfüllt werden, könnte nach Angaben von Krappinger mit dem Gesteinsabbau parallel zur Öffnung des Achraintunnels begonnen werden. Nach derzeitigem Stand wäre das frühestens Anfang 2009.

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Hoffnung für Unterklien? Sollte hier die Firma Rhomberg Steinbruch ebenfalls mitbieten, werden sie auf Grund ihrer Kontakte die sie zu der Vorarlberger Landesregierung unterhalten, auf alle Fälle den Zuschlag erhalten. Sollte es wirklich so eintreffen, würde ich dem Rhomberg Steinbruch, (resp.Hubert Rhomberg) vorschlagen auf den Steinbruch Unterklien zu verzichten, da er auf dieses Material nicht mehr angewiesen ist.

Auch noch ein weiterer Bericht über Rhomberg rauscht durch den Blätterwald:

Großauftrag für Rhomberg Bahntechnik. Die "Arbeitsgemeinschaft Alptransit Brenner" mit dem Bregenzer Bauunternehmen Rhomberg Bahntechnik GmbH hat den Zuschlag für die bahntechnische Ausrüstung der Zulaufstrecke Nord des Brenner-Basistunnels erhalten.

Gesamtvolumen von rund 260 Millionen Euro. Die "Arbeitsgemeinschaft Alptransit Brenner" besteht aus dem Bregenzer Bauunternehmen Rhomberg Bahntechnik GmbH und dem Salzburger Konzern Alpine Bau GmbH. Der Auftrag der Brenner Eisenbahn GmbH habe ein Gesamtvolumen von rund 260 Millionen Euro und sei damit der bisher größte derartige Auftrag in Österreich, schreibt Rhomberg am Freitag in einer Aussendung. Baubeginn für das Projekt sei im Jänner 2009, die Fertigstellung ist für Juli 2012 geplant.

Bauzeit von vier Jahren. Der Auftrag umfasse den rund 41 Kilometer langen Abschnitt Kundl/Radfeld-Baumkirchen und ist ein erstes Teilstück der Zulaufstrecke Nord des Brenner-Basistunnels. Der Abschnitt werde für eine maximale Betriebsgeschwindigkeit von 250 km/h errichtet. Charakteristisch sei der hohe Tunnelanteil von insgesamt 34 Kilometern.Rhomberg übernehme die technische Geschäftsführung für das auf vier Jahre Bauzeit angesetzte Projekt. Insgesamt werden laut Unternehmensangaben 290.000 Kubikmeter Beton verbaut, 170 Kilometer Schienen gelegt sowie rund 31.000 Quadratmeter Lärmschutzwände errichtet. Dazu kommt die Ausrüstung von 42 Technikgebäuden.

Steinbruch Unterklien: 2. Sommergespräch

Gestern war es wieder einmal soweit. Hubert Rhomberg, Geschäftsführer der Rhombergbau, lud die Nachbarn und Anrainer des Steinbruches Unterklien zum 2. Sommergespräch. Nachdem ich ja die Fa. Rhomberg und ihre Philosophie über die Jahre hinweg zur Genüge kennengelernt habe und auch das erste Gespräch nicht so verlaufen ist, wie wir es uns gewünscht hätten, überlegte ich mir, ob es denn sinnvoll sein könnte dort noch einmal hinzugehen. Zumal hat das Sommergespräch auch noch in der Firma stattgefunden hat. Aber ich kann schwerlich jahrelang etwas kritisieren, dagegen protestieren und auch gehörig und mit Zorn schimpfen ohne die Gegenseite zu hören.

Und nun muss ich eingestehen, ich war doch überrascht. Hubert Rhomberg hat die an ihn gestellten Fragen mit Geduld und auch mit Humor, einige auch mit Sarkasmus beantwortet. So waren doch auch wieder an die 30 Personen anwesend, die wahrscheinlich alle dieselben Zweifel geplagt hatten.

Hubert Rhomberg hat für verschiedene Beschwerden Lösungsvorschläge präsentiert und versprochen - so die Behörden und Ämter mitspielen - sie auch umzusetzen. Für die Erledigung dieser Aufgaben hat er sich eine Frist von 3 Monaten gesetzt.

Zur allgemeinen Verwunderung und zu unser aller Freude hat er sogar die Überlegung eingebracht, seinen Antrages für die Erweiterung des Steinbruches zurückzuziehen. Freilich weiß ich, Reden sind eine Sache und etwas wirklich zu tun ist ein ganz anderes paar Schuhe. Aber wir als die unmittelbar Betroffenen werden bei diesem Punkt aufmerksam bleiben und nachhaken.

Ich kenne nicht die Überlegungen dafür, die Hubert Rhomberg dazu bewogen hat, diese Sommergespräche zu führen. Waren es die vielen Berichte in den Zeitungen, war es die Sendung der Bürgeranwalt im Fernsehen, sind es die vielen Anzeigen oder ist es einfach die Einsicht, dass es auch eine Verpflichtung gegenüber "seinen" Nachbarn gibt? Abschließend wurde auch gemeinsam vereinbart, uns in 3 Monaten wieder zu treffen. Bis dann sollten einige Vorschläge so fertig sein, sie uns zu zeigen.

Sollte das nicht der Fall sein, dann denke ich, wird das wohl das letzte Sommergspräch gewesen sein bei dem wir waren. Ich möchte nicht auf den Anstand verzichten, HubertRhomberg und seinem Team für diesen Abend zu danken. Noch sehe ich mit Neugier und Spannung der nächsten Sommer(Winter-)runde entgegen.

Der Steinbruch in der Malerei

[EU-Werbung] Erinnern Sie sich? Am 1. Jänner 2006 übernahm Österreich den Vorsitz der EU-Ratspräsidentschaft und ein "Porno-Skandal" erregte die Öffentlichkeit. Das österreichische Bundeskanzleramt unter Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) hatte zwar keine pornografische aber doch merkwürdige und schwachsinnig-sexistische "Europa-Werbung" mit 500.000 Euro gesponsert. Als Plakatvorlage diente ein Bild des französischen Malers Gustave Courbet "Der Ursprung der Welt (L’Origine du monde) aus dem Jahr 1866.

[Gustave Courbet: Die Steinklopfer] Der Realismus bezeichnet in der Kunstgeschichte eine Mitte des 19. Jahrhunderts in Europa einsetzende neue Kunstauffassung, die sich gegen die historisierenden und idealisierenden Darstellungen des Klassizismus und der Romantik wandte. Insbesondere die Maler suchten ihre Sujets nunmehr ausschließlich in der fassbaren Welt. In Frankreich trat der französische Maler Gustave Courbet, der den Begriff "Realismus" als Stilphase innerhalb der europäischen Kunst des 19. Jahrhunderts 1855 prägte, als Künstler des Realismus besonders in den Vordergrund als dieser auf der Pariser Weltausstellung über dem Pavillon mit seinen Werken die programmatischen Worte "Le realism G. Courbet" anbrachte.

[Realismus] Dies stiess vor allem bei der damaligen Gesellschaft auf Kritik, da es damals nicht üblich war Alltagssituationen, wie zum Beispiel das Arbeiten der Bauern auf dem Feld, darzustellen. Man bediente sich meistens anderer Motive, wie zum Beispiel Engeln oder Heiligenbilder, die das Leben schöner darstellten als es in Wirklichkeit war, also idealisierten. Die Kunst sollte sich aber aus Courbets Sicht aus sichtbaren Dingen zusammensetzen und nicht nur in der Vorstellung entstehen. Er sagte angeblich: "Ich male nur, was ich sehe. Also male ich keine Engel, denn ich habe ja noch nie einen Engel gesehen." Dafür malte er Steinklopfer bei ihrer harten Arbeit. Coubert war somit eigentlicher Begründer des Realismus. Das Bild "Die Steinklopfer" (1849) hing bis 1945 in der Gemäldegalerie Dreseden, wo es allerdings 1945 verbrannte.

✔Information:
Skandal um EU-Porno-Plakate
Die Steinklopfer - Wikimedia
Der Ursprung der Welt - Wikipedia

Der Steinbruch in der Literatur

Bild zum Ansehen anklicken: Une carrière au Semmering, Lithographie von E. Benkert

Die Arbeit im Steinbruch bleibt für die Arbeiter auch heute noch eine anstregende und verantwortungsvolle Aufgabe, die nicht ohne Gefahren für Leib und Leben ist, auch wenn sich die sozialen und technischen Bedingeungen seit der sozialkritischen Novelle "Die Steinklopfer" von Ferdinand von Saar erheblich verändert haben.

[ÖNB-Digital: Die Steinklopfer] "Die Steinklopfer" aus dem Jahre 1874 ist eine frühe sozialkritische Novelle von Ferdinand von Saar. Nicht mehr der Adel oder die Bürger sind die Hauptpersonen, sondern die unterste Arbeiterschicht beim Bau der Bahnlinie am Semmering. Für die Kunstbauten der Semmeringbahn, allen voran die Viadukte, wurden große Mengen an behauenen Natursteinen benötigt, die ohne maschinelle Hilfsmittel in mühsamer Handarbeit in den nahe der Trasse gelegenen Steinbrüchen bearbeitet werden mussten. Die Originalausgabe der Novelle von 1874 ist auf der Website der österreichischen Nationalbibliothek digitalisiert online.

[Ferdinand von Saar] Ferdinand von Saar - ein verarmter Adeliger - schreibt nach eigenen Worten "nicht etwa, um das harte Los dieser Parias der Gesellschaft, die unsere Dome und Paläste, unsere Unterrichtsanstalten und Kunstinstitute bauen, in grellen Farben zu schildern ... sondern nur, um ein schlichtes Lebensbild aus der großen Masse derjenigen festzuhalten, deren dasein, von schweren körperlichen Mühen überbürdet, im Kampfe um das tägliche Stück Brot meist unbekannt und unbeachtet dahingeht".

In der Prosa von Ferdinand von Saar scheitern normalerweise die Helden und Heldinnen. Sie gehen unspektakulär an der Wirklichkeit zugrunde. Mehr oder weniger psychologisch überzeugend führt er uns vor Augen, wie Menschen vom Alltag aufgefressen und von ihren Mitmenschen durch bloße Befolgung der sozialen Spielregeln ausgelöscht werden. Über weite Strecken ist das auch bei der Novelle "Die Steinklopfer" so.

Mit Tertschka und Georg kommen zwei unglücklich Geborene ("Und wohin sollt' ich gehen?" setzte sie mit einem Seufzer hinzu. "Es ist überall nicht gut in der Welt.") erst dann zu einem trauten Heim im Bahnwärterhäuschen, nachdem sie einen Drangsalierer beiseite geräumt haben. Es ist kein plattes Happy End, sondern eine ausreichend komplexe Lösung nach einer Phase des bangen Wartens. Die künstlerisch verbrämte Sozialkritik des neunzehnten Jahrhundert passt ins Bild der untergehenden Habsburgermonarchie. Die Geschichte mag heute vielleicht nicht mehr so aufregen, die krasse Schilderung der Arbeitsbedingungen hat aber 1874 die Leser sehr wohl aufgerüttelt. Und er war auch mit dem Thema der Zeit voraus: Gerhart Hauptmanns weitaus bekannteres Sozialdrama "Die Weber" erschien erst 1892.

✔Information:
Digital online: Saar, Ferdinand von: Die Steinklopfer. Eine Geschichte - Heidelberg: Verlag v. Georg Weiß, 1874
Die Steinklopfer online bei Gutenberg
Kurzbiografie: Saar, Ferdinand Ludwig Adam von

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